Unsere aktuellen Themen für Sie im Überblick:

Februar 2017:

Die Serendipität und das Penicillin

In der Forschung, also auch in der Arzneimittelforschung, ist der glückliche Zufall ein wichtiger Faktor, jedoch ist es mit Zufall allein nicht getan. Der Forscher muss mit Scharfsinnigkeit die Tragweite des zufällig Entdeckten erkennen und zur richtigen Zeit die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Diese Fähigkeit, durch Zufall und Scharfsinnigkeit Entdeckungen zu machen, nach denen man ursprünglich gar nicht gezielt gesucht hat, nennt man Serendipität. Dieser Ausdruck leitet sich ab von einem persischen Märchen „die drei Prinzen von Serendip“, einer Geschichte, in der die drei viele unerwartete Entdeckungen machen, wobei Serendip eine alte Bezeichnung für die Insel Ceylon/Sri Lanka ist.

Ein Paradebeispiel für Serendipität ist die Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming. Der schottische Bakteriologe war 1928 gerade aus dem Sommerurlaub in sein Labor im Londoner St. Mary’s Hospital zurückgekehrt, als er bemerkte, dass seine Bakterienkulturen, Staphylokokken auf Nährboden, die offen hatte stehenlassen, während seiner Abwesenheit verschimmelt waren. Als er sie wegwerfen wollte, fiel ihm auf, dass die Bakterien rund um den Schimmelpilz aufgelöst waren. Und nun zog er daraus die richtige Schlussfolgerung: aus dem Schimmelpilz musste ein Stoff in die Nährböden gelangt sein, der Staphylokokken abtötete. Er isolierte daraufhin den Schimmelpilz Penicillium notatum und machte weitere Versuche mit ihm. Es zeigte sich, dass der Stoff, den der Pilz absonderte auch das Wachstum anderer Krankheitserreger hemmen konnte. Als äußerst schwierig erwies sich nun aber die Isolierung und Reinigung dieses Wirkstoffes, den Fleming nach seiner Herkunft Penicillin nannte. Das Penicillin hatte nur eine äußerst geringe Stabilität und konnte so noch nicht als Arzneimittel weiterentwickelt werden. Erst 10 Jahre später gelang es dem Pathologen Florey und dem Biochemiker Chain durch Gefriertrocknung stabiles Penicillin zu isolieren. Die britische Regierung finanzierte das Forschungsvorhaben, vor allem auch, um endlich ein Mittel zu finden, das im 2. Weltkrieg den verwundeten Soldaten helfen könnte, eine Wundinfektion zu überleben. Nach vielversprechenden Ergebnissen von Tests an Mäusen setzten Florey und Chain 1941 das neue Medikament zum ersten Mal beim Menschen ein: einem Londoner Polizisten, der wegen einer infizierten Schnittwunde eine Blutvergiftung bekam, wurde das Penicillin verabreicht. Nach 5 Tagen war das Fieber verschwunden, allerdings auch der Vorrat an mühsam hergestellten Peniccillin aufgebraucht. Das war für den Patienten fatal, sein Fieber kehrte zurück und er verstarb. So musste man auf tragische Weise erkennen, dass es nicht genügt, ein Antibiotikum zu verabreichen bis die Symptome der Infektion verschwinden, sondern erst wenn alle Erreger abgetötet sind, ist die Behandlung beendet.

Als die Vereinigten Staaten im Jahr 1941 als Verbündete des Vereinigten Königreiches in den Krieg eintraten, förderten sie ebenfalls die Penicillin-Produktion und trieben sie parallel zu den klinischen Versuchen rasch voran. Hunderttausende Soldaten der alliierten Truppen verdankten dem Penicillin nach einer Verwundung ihr Leben. Die Zivilbevölkerung profitierte von der Wirksamkeit des neuen Antibiotikums erst nach dem Krieg in den 1950er-Jahren. Fleming, Florey und Chain erhielten 1945 den Nobelpreis für Medizin „für die Entdeckung des Penicillins und seiner heilenden Wirkung“. Viele Bakterieninfektionen hatten nun ihren Schrecken verloren. Durch fehlerhaften Umgang mit dem Antibiotikum, oft aus Unwissenheit oder auch Leichtfertigkeit, kam und kommt es jedoch dazu, dass immer mehr Bakterien widerstandsfähig gegen diese wertvollen Medikamente werden. Unsere Forscher müssen nun einen Wettlauf gegen die Resistenzentwicklung der Krankheitserreger gewinnen. Hoffen wir diesbezüglich auf die Serendipität!

Oktober 2016:

30 Jahre Apotheke Ahlerstedt

30 Jahre Apotheke Ahlerstedt – Wie die Zeit vergeht!

Standort Apotheke vor 1986

Früher: wo heute die Apotheke Ahlerstedt steht, war vorher diese Scheune

Vor 30 Jahren sah der Ort Ahlerstedt noch ganz anders aus als heute. Auf dem Grundstück, auf dem sich heute die Apotheke befindet, stand eine große Scheune; den Anbau vom Schützenhof und den Supermarkt gab es auch noch nicht, und der jetzt so schön gestaltete Dorfteich war noch mit einer grauen Betonmauer eingefasst.
Inzwischen hat Ahlerstedt ein „geschäftiges“ Zentrum, in dem man in einer Runde zu Fuß alles erledigen und besorgen kann, und Parkplatzsorgen gibt es nie!

30 Jahre Apotheke Ahlerstedt – Symbol für Ortsverbundenheit

Die Architektur des Hauses, der Name und das Logo der Apotheke wurden so gewählt, dass baulich, sprachlich und bildlich die Verbundenheit mit dem Ort Ahlerstedt zum Ausdruck kommt. Optisch ist im Logo der Ortsname Ahlerstedt mit dem Schriftzug Apotheke im Oval miteinander verbunden. Im Zentrum steht das Apotheken-A, Symbol für Arzneimittelsicherheit, direkt am Fachwerkhaus im traditionell ländlichen Stil der Region. Dies soll auch unser Ziel symbolisieren: Verbundenheit und Nähe zu den Menschen.

Apotheke Ahlerstedt
Apotheke von außen
Apotheke 1986

auch in damaligen Zeiten modern: so sah es von 1986 bis 1999 aus

30 Jahre Apotheke Ahlerstedt – immer in Bewegung

Rund um die Gesundheit hat sich in den letzten 20 Jahren unheimlich viel geändert, durch Gesetze, Reformen, wissenschaftliche Erkenntnisse, Fortschritte in der Datenverarbeitung und Veränderungen in der Organisation des Arzneimittelhandels. Dies bedeutete auch für uns: das Lernen, Umstrukturieren und Umdenken hören nie auf und man muss immer wieder neue Ideen ausprobieren und umsetzen. So wurde 1999 die Apothekeneinrichtung umgebaut und modernisiert.

30 Jahre Apotheke Ahlerstedt – Das muss gefeiert werden!

Als am 31. Oktober 1986 die Apotheke Ahlerstedt eröffnet wurde, stand in der Zeitung: „Eine Apotheke mit Extras“, und das gilt auch heute noch!

In der Jubiläumswoche vom 31. Oktober bis 5. November erwartet Sie das Team der Apotheke Ahlerstedt mit vielen Extra-Überraschungen:
– ein kleines Geschenk für jeden Kunden
– von Montag bis Mittwoch steht bei uns ein Glücksrad → jeden Tag tolle Gewinne
– Bilderpreisrätsel: 1. Preis ein 100,- € Einkaufsgutschein
– attraktive Jubiläums-Sonderangebote

Schauen Sie unbedingt mal herein und sehen Sie, was wir an Extras zu bieten haben.
Wir freuen uns auf Sie!
Dr. Erika Kallenberger und das Team der Apotheke Ahlerstedt

Apotheke nach 1999

…und so nach dem Umbau

September 2016:

Die Apotheke Ahlerstedt informiert:
Hopfen, nicht nur gut zum Bier

Heilkräuter

Ein warmer Sommerabend, beim Grillen oder „Fußballgucken“, dazu ist ein gutes Bier bei uns fast „ein Muss“. Bereits im Jahr 1516 legten 2 Herzöge in Bayern fest, dass zum Brauen von Bier nur Wasser, Gerste und Hopfen verwendet werden darf, und gaben damit die erste lebensmittelrechtliche Verordnung der Geschichte heraus. Humulus lupulus, der Hopfen ist eine mehrjährige zweihäusige Kletterstaude, die zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae) gehört, und bei uns wild an Flussufern, feuchten Waldrändern und Gebüschen wächst. In Bayern wird Hopfen großflächig angebaut, in geringen Mengen auch an Elbe und Saale, insgesamt macht dies 25% des Weltanbaues aus. Der mehrjährige Wurzelstock der Hopfenpflanze kann bis 1,5 m tief in die Erde wachsen und waagrecht bis zu 2 m lang werden. Aus dem Wurzelstock sprießen ab Ende April mehrere junge Triebe, von denen die Hopfenbauern nur etwa 3 weiterranken lassen, die übrigen knippst man ab und verwendet sie als kulinarische Spezialität. Hopfensprossen sind nur kurze Zeit im Handel erhältlich, 100 g kosten z.B. auf dem Münchner Viktualienmarkt bis zu 6,-€. Hier ein Rezept für „Lupolo gratinata“:

600 g Hopfensprossen putzen und circa 1 min lang in kochendem Wasser blanchieren, abtropfen lassen und in eine mit Butter gefettete Auflaufform schichten. 150 ml Sahne mit 2 Eßl. gehacktem Majoran, 1 Eßl. gehacktem Bärlauch, Salz, Pfeffer und Muskat sowie 50g geriebenem Bergkäse und 80g Butter mischen und über die Hopfensprossen verteilen. 50g geriebenen Bergkäse und 20g geriebenen Parmesan darüber streuen und bei 200°C 30 min überbacken.

Hopfenranken können eine Länge von bis zu 6m erreichen, sie halten sich mit widerhakenartigen Kletterhaaren an anderen Pflanzen bzw. den Hopfenstangen fest. Die Blütezeit dauert von Juli bis September, die weiblichen Pflanzen bekommen zapfenartige gestielte Blütenstände, die von den Hopfenbauern auch Dolden genannt werden. Hierin steckt das Aroma, am Grunde der Fruchtschuppen befinden sich gelbe Harzdrüsen, die das Lupulin bilden. Lupulin ist sowohl für die arzneiliche Wirkung des Hopfens verantwortlich und für die Bierwürze entscheidend, außerdem wirkt es als Konservierungsmitte im Bier. Eine Befruchtung der weiblichen Blüte durch den Pollen einer männlichen Pflanze verringert den Ertrag an Bierwürze, verkürzt das Erntezeitfenster, da überreife Hopfendolden scheußlich schmecken, und erschwert die Verarbeitung in der Brauerei. Darum sind die Hopfenfelder komplett pistillat, d. h. es werden nur weibliche Pflanzen angebaut!

Über die Wirkung des Hopfens als Arzneimittel wusste man schon im Mittelalter einiges: Hopfenzapfen wurden als Tee zubereitet zur Beruhigung und Schlafförderung, bei Angstzuständen und Rastlosigkeit. Die moderne pharmakologische Forschung hat ergeben, dass Hopfenbitterstoffe antibiotisch (bakterienabtötend), antimykotisch (gegen Pilze) und sedierend (beruhigend) wirken. Weiterhin regen die Bitterstoffe den Appetit und die Magensaftskretion an und man hat sogar Wirkungen ähnlich dem Hormon Östrogen feststellen können. Hopfen oder Hopfenextrakte sind heute Bestandteile vieler Beruhigungs- und Einschlaftees oder werden in Kapseln kombiniert mit Baldrian, Melisse, Passsionsblume oder Johanniskraut verwendet. Bereits das Einatmen des ätherischen Öls der Hopfenzapfen wirkt beruhigend und schlaffördernd. Wer Einschlafprobleme hat, könnte es ausprobieren und sich selber ein Hopfenkissen nähen.